Monthly Archives: Januar 2019

Marketing? Kreativ ist nicht die erste Antwort

Marketing

Online Marketing Experten schießen momentan wie Pilze aus dem Boden. Es ist schön, dass sich viele Menschen mit dem Handwerk auseinandersetzen – leider fehlt bei vielen ein Basiswissen im Marketing. In vielen Kursbeschreibungen kann man das auch schon sehen – es gibt sehr häufig keinen Kursteil „Marktforschung“.

Marketing ist nicht als erstes kreativ

Es ist immer wieder sehr ernüchternd wenn bei einer Projektbesprechung schon alles mögliche vorgelegt wird, von Logos und Farben, von Bildern und pfiffigen Texten gesprochen wird und niemand das Wesentlichste untersucht hat – die Zielgruppe.

Marketing beginnt mit der Marktforschung, nicht mit der Kreativität. Persönlich würde ich eher den trockenen Zahlenfuchs engagieren statt dem kreativen Tausendsassa. Letzteren kann man dann dazu holen, wenn einmal klar ist, an wen ich eigentlich verkaufen will bzw. kann.

Marktforschung – unverzichtbar

Marktforschung ist weder langwierig noch kompliziert – in den meisten Betrieben kann sie direkt vom Schreibtisch mit den Vertriebszahlen begonnen werden. Dank DSGVO ist der Datenbestand natürlich nicht mehr ganz so mächtig, aber wir kennen unsere Kunden, wir wissen auch ein wenig wie sie ticken. Falls nicht, können wir sie fragen – ein guter Kundenkontakt ist wertvoll.

Ob Sie ihren bestehenden Markt besser durchdringen möchten oder neue Märkte erschließen – Sie müssen wissen was Ihre Märkte ausmacht.  Gerade im Onlinemarketing gibt es dazu wirklich gute Tools, die sehr deutlich machen wo sich welche Trends entwickeln, worauf die Menschen wie reagieren und auch wie viele Menschen in etwa einer Idee zu folgen bereit sind.

Statistiken und Zahlen also – wo bleibt da das kreative? Kreativ dürfen Sie natürlich jetzt auch sein, geht es doch darum möglichst viel in Erfahrung zu bringen. Die Kreativität im ersten Schritt muss sich damit befassen, wie ich meinen (potentiellen) Markt abfrage. Vielleicht liegen in Ihrem Unternehmen schon alle nötigen Informationen für Ihre Pläne – dann brauchen Sie diese nur mehr aufzubereiten.

Sie kennen Ihre Kunden, sie wissen, welche Anfragen Sie täglich bearbeiten, Sie haben Feedback und Ihre Mitarbeiter können ihnen meistens auch noch eine Menge über Ihre Außenwirkung erzählen. Nutzen Sie diese Informationen.

Nicht die Anzahl der Follower zählt

Wenn Sie 20.000 Follower auf Facebook oder Instagram haben, diese aber eingekauft wurden oder hauptsächlich dem Freundeskreis der Kinder (noch immer oft gehört: „…des mim Facebook mocht mei Bua…“) entsprechen, sind diese nicht wirklich in irgendeiner Form wertvoll für Ihr Online-Marketing. Follower machen generell nur dann Sinn, wenn es denn auf Ihrer Facebookseite ab und an etwas relevantes und neues zu sehen gibt.

Denken Sie bei wenig Ambitionen ständig etwas zu posten besser über gezielte Kampagnen auf den Social Media Kanälen nach. Diese sind kosteneffizient und ermöglichen es, die Zielgruppe sehr genau anzusprechen. Die Wirkung der Kampagne lässt sich auch sehr gut messen und hier ist Kreativität bei der Frage gefordert: „Wie spreche ich meine Zielgruppe so an, dass Sie auf meine Schaltung klickt?“.

Ohne Marktforschung…

…können Sie es auch probieren – ich warne aber davor. Es macht keinen Sinn sich so deutlich vom Mitbewerber abzuheben, dass man schon gar nicht mehr der selben Branche zugeordnet wird. Produkt und Zielgruppe müssen zusammenpassen. Kenne ich letztere nicht, wird die Sache zum Glücksspiel und das geilste Design hilft uns dabei leider nicht weiter. Design ist übrigens Geschmackssache – holen Sie sich ein paar Meinungen (auch von dezidiert Unkreativen) ein bevor Sie ihr „altes“ vom Tisch stoßen – die Funktionalität darf nicht leiden! Die Aussage „ok, aber jetzt sieht es wenigstens schöner aus“ trifft auf Ihre Webseite genau so wenig zu wie auf ein Fahrzeug, das ohne Rückspiegel und Scheibenwischer schnittiger wirken würde…

Sie müssen das Rad nicht neu erfinden, ein Reifenwechsel reicht in den meisten Fällen schon aus 😉

Wenn Sie dann mit einer Werbeschaltung – on- oder offline – aktiv werden, müssen Sie im Vorfeld ein Instrumentarium wählen, den Erfolg so gut es geht zu messen. Auch diese Infomationen bringen Ihnen die Zielgruppe näher.

Wir machen alles – vom Katalog bis zur Webseite

Auch das ist eine Ansage die mir so vorkommt als würde mir der Tischler auch gleich das Bad fliesen und die Elektroinstallationen machen wollen. Ich habe im >> Artikel über gutes Webdesign diese Problematik schon angesprochen, sie ist leider noch immer aktuell.

Gute Bilder & Texte – das um und auf

Ich muss noch einmal die Lanze für die Fotografen und Texter brechen – gute Bilder sind neben ansprechenden Texten wirklich wichtig. Fotos sind oft der erste Eindruck und den kann man nur einmal machen bzw. so richtig verschenken. Die beste Fotoausrüstung macht noch keinen Fotografen. Bevor Sie in neues Grafikdesign investieren, sehen Sie sich Ihre Bilder an – passen die denn dazu? Wenn die Verpackung glänzt und dann steckt eine Schuschachtel statt einem Schmuckkästchen drin, ist die Zielgruppe nicht unbedingt angetan.

Viele Webseiten werden heute so gestaltet, dass der Einstieg auf der Startseite ein riesiges unglaublich beeindruckendes Bild ist. Dann war es das aber mit guten Bildern. Bedenken Sie hier eines:

WENN AUF IHRER STARTSEITE KAUM TEXT STEHT, WIRD DIESE MITUNTER NICHT DIREKT GEFUNDEN IN DEN SUCHMASCHINEN UND SOMIT AUCH GAR NICHT GESEHEN!

Nur wenn Sie direkt aufgerufen wird, ist in so einem Fall sicher, dass der potentielle Kunde beeindruckt ist.

Verkaufen lässt sich so ein toller Einstieg immer – ist er doch einfach viel schöner als diese ganzen Informationen, die laut den Kreativen ja eh niemand liest….. Nicht alle Kreativen denken so, gerade vor den Textern möchte ich hier meinen Hut ziehen, denn die sind sich meistens wesentlich bewusster dessen, wie man mit der Zielgruppe „spricht“. Es darf das schöne Bild oben schon sein, beim nach unten Scrollen muss da aber noch mehr sein, nicht nur ein 3-Zeiler.

Sie glauben mir nicht? Sehen Sie sich Seiten von bekannten Marken an – Menüleiste, Logo an ähnlicher Position und eine Startseite mit einer guten Portion Text finden Sie überall. Hier kennt man die Zielgruppe und spricht eindeutig deren Sprache.

Wenn die Struktur steht darfs kreativ werden

Sobald wir wissen was wo hin soll, wie die Navigation durch die Seite funktionieren soll, wie unsere Zielgruppe tickt, dürfen wir die Gestaltung in kreative Hände legen. Es soll ja nicht nur das Produkt oder die Dienstleistung verkauft werden, es geht darum ein Gefühl zu vermitteln… ein gutes 😉

In Punkto Struktur bei einer Webseite ist es eben auch sehr wichtig, den Erfolg einer Kampagne messen zu können (Landingpages, Tracking Pixel, usw.) – auch das hat weniger mit Kreativität zu tun, denn mit Technik.

Im >> Artikel über die Runderneuerung von Webseiten habe ich das Problem bei einer Änderung des Designs schon angesprochen. Gehen Sie hier vorsichtig vor – sie können hier mitunter mehr schaden als gut machen. Auch wenn der Neffe jetzt Medientechnik & Design studiert, lassen Sie ihn mitarbeiten an der Sache und nicht alles übernehmen – Bockschüsse in dieser Richtung gibt es leider zur Genüge.

Künstler müssen sich nicht erklären sagt man – meiner Zielgruppe muss ich sehr wohl darlegen, warum mein Unternehmen die bessere Wahl ist.

Alles neu – diese Fehler sollten Sie vermeiden, wenn Sie Ihre Webseite runderneuern

Zeit für Veränderung

von pixabay.com – Urheber URL: https://pixabay.com/de/users/alexas_fotos-686414/

Passend zum neuen Jahr, möchten viele Unternehmen auch ihre Webseite in neuem Glanz erstrahlen lassen. Die folgenden Fehler, sollten Sie dabei tunlichst unterlassen. Die Annahme ist, Sie haben eine Seite, die funktioniert und möchten mit einem neuen Design frischen Wind signalisieren.

Wann ist ein neues Webdesign erforderlich?

Umstrukturierungen in der Organisation, eine neue Marketingstrategie, Merger und auch eine neue Markenpolitik machen in vielen Fällen ohnehin eine komplette Neuausrichtung der Corporate Identity erforderlich – hier darf die Webseite nicht vergessen werden.

Redesign ist aus professioneller Sicht wesentlich anspruchsvoller als die Ersterstellung einer Seite. Bei einer neuen Seite kann man der Entwicklung zusehen und eingreifen – bei einem Redesign riskiert man bei falscher Handhabe einen richtiggehenden Absturz im Ranking. Vertrauen Sie auf Profis beim Redesign!

Fehler 1 – Wir brauchen eine neue Domain

Eine neue Domain kann Sinn machen, wenn Sie ein Thema, das Ihnen besonders wichtig ist besetzen wollen. Auch wenn Sie einen neuen Gesschäftsbereich planen, der Thematisch nicht so ganz in die alte Seite passt, ist eine alternative Domain gut. Wenn Sie allerdings seit Jahren ganz gut mit Ihrer alten Domain unterwegs sind, wäre es ein schwerer Fehler auf eine ganz neue zu setzen. Der Gipfel des Unsinns wäre es z.B. für ein lokales Unternehmen von einer lokalen Domain (z.B. AT) auf eine internationale (z.B. COM oder EU) zu wechseln. Eine solche kann man dazu nehmen, wenn man denn möchte, und dann in weiterer Folge von dort auf die bestehende lokale umleiten – aber sie zur Hauptdomain zu machen ist nicht nur auf Grund der nötigen neuen Drucksorten (Prospekte, Visitenkarten, etc.) ohne Wert.

Ältere Domains ranken – wenn nicht thematisch ganz wo anders angesiedelt – immer besser als ganz neue, weil sie eben seit Jahren Beständigkeit bewiesen haben. Im besten Fall wurde Ihre alte Domain auch bereits verlinkt und geteilt – warum also wechseln. Überlegen Sie daher gut, ob Sie wirklich eine neue Domain brauchen.

Fehler 2 – Umleitungen vergessen

Nicht nur (dann aber auf jeden Fall) wenn Sie eine neue Domain haben benötigen Sie Umleitungen von den alten Inhalten auf die neuen.

WICHTIG! AUCH WENN SIE VON HTTP auf HTTPS UMSTELLEN, BRAUCHEN SIE EINE UMLEITUNG!

Gerade wenn Seitentitel und URLs geändert werden, kann es häufig passieren, dass der Robot der Suchmaschine ins Leere, sprich in eine 404er Seite läuft, die nichts anderes sagt als „dieser Inhalt ist hier nicht verfügbar“. Das trägt nicht zum Ranking bei, ganz im Gegenteil. Google informiert seine Kunden über solche Vorfälle, damit diese rasch etwas dagegen tun können.

Damit dies gar nicht erst geschieht, sorgen Sie vor und leiten die alten Adressen mittels sogenannter 301 Umleitungen weiter. 301 steht für „dauerhaft verschoben“. Wie das genau geht, werde ich hier nicht ausführen – >> Sistrix.de hat dazu einen sehr guten Beitrag verfasst.

Fehler 3 – Stockfotos statt eigener

Die großen Stockfoto-Archive haben für jeden etwas und die wunderschönen Bilder sind auch wirklich verführerisch – dennoch sollte man nicht übertreiben damit. Der Nachteil bei Stockfotos ist eben, dass man wahrscheinlich nicht der einzige ist, der ein bestimmtes Bild auf seiner Seite einsetzt und mit Sicherheit nicht der erste. Damit ist das Bild als einzigartiger Inhalt verschenkt im Index der Suchmaschine.

Die richtige Mischung macht es aus – ideal wäre natürlich, alle Bilder die man verwendet, professionell anfertigen zu lassen, die Kosten dafür möchten aber viele nicht tragen. Somit gilt, viele eigene dort wo sie passen, ein paar Stockphotos dort wo sie gebraucht werden – und mit der Zeit kann man diese auch durch eigene ersetzen.

Besser ein gutes eigenes Bild, als ein perfektes Stockfoto. Scheuen Sie außerdem nicht den Weg zu einem professionellen Fotografen – die Leute wissen was sie tun 😉

…ja, das da oben ist ein Stockfoto – von >> Pixabay 😉

Fehler 4 – Design vor Technik

Immer wieder erlebe ich, dass Leute mit der neuen Webseite ein ultramodernes Design präsentieren und schlichtweg nicht damit rechnen, dass ihre Besucher und potentiellen Kunden damit vielleicht überfordert sind. Auch wenn es für den einen oder die andere altbacken wirken mag – die Leute mögen Dinge die sie kennen und verstehen. Eine Menüleiste, Kontaktinformationen in der Fußzeile und eine gängige Schriftart sind verständlich und führen nicht zu Experimenten, von denen Sie vielleicht nicht wirklich profitieren.

Am allerwichtigsten ist, dass auch ihr neues Design rasch lädt, auf Mobilgeräten genau so gut zu beziehen ist wie auf stationären (>> siehe Mobile first hier auf t3n.de). Weiters würde ich empfehlen, die Navigation nicht zu verstecken – das wäre in etwa so, als würden Sie den Kundenberater auf einem Messestand zunächst hinter einem Vorhang verbergen – da ziehen viele schon weiter. Tags & Titel nicht vergessen – geschieht interessanterweise sehr häufig, wenn die Seite designtechnisch sehr anspruchsvoll gestaltet wird.

Achten Sie darauf, Ihre Zielgruppe nicht zu überfordern! Die Menschen müssen rasch und ohne Ratespiele zu dem Inhalt kommen, den Sie suchen! Gerade in Märkten, die sich aus vergleichbaren Produkten und Dienstleistungen zusammensetzen, bleiben Ihnen meistens nur ein paar Sekunden bis der Besucher zur nächsten Seite klickt.

Fehler 5 – alles neu – aber nur im Web

Vergessen Sie bei allem Umbruchswillen nicht, dass es einfach auch so etwas wie den Wiedererkennungswert gibt. Wenn Sie Logo, Bilder, Farben, Schriftarten und Aufbau ändern, fühlt man sich nicht gleich wieder wie zu Hause als alter Kunde. Dies gilt vor allem, wenn man gerade Ihre alte Visitenkarte oder den Prospekt mit dem alten Design von Ihnen bekommen hat.

Wenn Sie die Seite neu machen, planen Sie diese Möglichkeiten gleich ein – dann müssen Sie in weiterer Folge, wenn Sie dann ändern lediglich am Stylesheet die entsprechenden Änderungen vornehmen. Wenn Ihre Autos also z.B. alle noch in Blau umher fahren, sollten Sie nicht ausgerechnet auf der Homepage im fetten Grün glänzen….

Fehler 6 – die alte und die neue Seite parallel laufen und indizieren lassen

Das kommt häufiger vor als man meinen möchte – vor allem mit Fehler 1 kombiniert, der neuen Domain. Sie lassen die neue Seite auf der neuen Domain erstellen, nehmen dazu die alten Texte und neue glänzende Fotos und dann bekommen Sie von Google und anderen Suchmaschinen für Ihre neue Seite nicht wirklich den roten Teppich ausgerollt, was das Ranking angeht. Der Gipfel ist dann, wenn Sie sich fragen, wieso denn die neue Seite nicht rankt, wenn die doch den selben Inhalt hat wie die alte….

Die Sache ist ganz einfach die, dass Suchmaschinen versuchen bei einer Suchanfrage originalen Inhalt EIN MAL zu zeigen. Stellen Sie sich vor, Sie würden nach etwas suchen und bekämen 4 Ergebnisse mit dem selben Inhalt – das spräche nicht gerade für die Suchmaschine. Mit den Stockfotos aus Fehler 3 verhält es sich übrigens genauso.

Der richtige Weg ist also, die neue Seite dann online zu schicken, sobald von den alten URLs die UMLEITUNGEN zu den neuen aktiv sind – Fehler 2 nicht vergessen!

Soll man denn überhaupt ein neues Design erstellen?

Wenn sich sonst nichts ändert am Unternehmen kann man sagen, warum nicht? Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und über Geschmack kann man auch nicht streiten. Lassen Sie beim Gespräch mit dem Künstler die Technik nicht aus den Augen – denn die sorgt letztlich dafür, dass die Inhalte an Ihre Besucher ausgeliefert werden. Am besten Sie fragen mehrere Menschen um Ihre Meinung zu Ihrer Seite. Wenn z.B. nur Fotos bemängelt werden, tauschen Sie zunächst die. Für ein neues Design brauchen Sie ohnehin neue Bilder. Wenn Ihr Logo Ihnen in die Jahre gekommen erscheint – prüfen Sie zunächst durch gute alte Marktforschung, ob es nicht doch bekannter und beliebter ist, als Sie glauben.

 

Weiterführendes

>> Generelles über Templates un Themes bei CMS

>> Wenn der Homepage Baukasten nicht mehr weitergeführt wird und Sie was tun müssen