Monthly Archives: Juli 2014

Kompetenz im Web aufbauen – Bloggende Experten vs. Blogger mit Expertise

Nicht falsch verstehen, Blogger sind häufig Experten und viele Experten bloggen – in diesem Artikel geht es aber in erster Linie darum, diese Expertise im Netzzu nuten und sich einen Namen zu machen. Warum das wichtig ist? Nicht zuletzt Google schätzt kompetente Menschen, die andere an ihrem Wissen teilhaben lassen.

Experten - Blogger - KompetenzWarum Experte sein?

Die Suche im Internet geschieht meist aus zwei verschiedenen Gründen.

  • 1. Ich suche Information
  • 2. Ich will kaufen

Letzterer macht nur einen relativ geringen Prozentsatz im Vergleich zu ersterem aus, das Internet ist in erster Linie Lieferant für Informationen. Gerade für jene, die aktiv eine Transaktion, also ein Produkt oder eine Dienstleistung im Netz bewerben oder anbieten, ist es aber essentiell genau die „Ich will kaufen“-Gruppe anzusprechen.

Google schätzt Webseiten die:

  • aktuell sind
  • mehr Inhalte bieten als reine Produktbeschreibungen
  • von Experten – hier kommen Sie ins Spiel – betrieben werden
  • ansprechend in Aufbau, Ladezeit und Gehalt sind

Genau deshalb macht es für Sie als Wirtschaftstreibenden Sinn, sich als Experte oder Expertin zu etablieren. Wenn Google Sie wiedererkennt und entsprechend mit Ihren Beiträgen rankt, kommen letztlich auch jene, die etwas kaufen möchten zu den Experten, da es sich dort einfach besser kauft. Die wenigsten verkaufen nur über den Preis – gute Vertriebsmitarbeiter wissen ein Lied davon zu singen. Vertrauen, Kompetenz und Verständnis der Situation des Kunden sind wichtig und für einen Abschluss unerlässlich. Das gilt 2014 genau so wie es 1970 gegolten hat.

Webseitenbesuchern fällt es natürlich schwer, ein entsprechendes Vertrauen aufzubauen, noch schwerer eine gewisse Kompetenz zu erkennen, wenn der einzige Inhalt Ihrer Seite ein Katalog und ein paar „Jetzt kaufen“ Buttons sind. Jene Kunden, die nur auf den Preis schauen sind nicht jene, die Ihre Texte lesen – diese erreichen Sie via Preissuchmaschinen von denen es genug gibt, die ich hier aber sicher nicht verlinke.

Was ist Kompetenz im Kontext des Postens im Netz?

Die generelle Definition zu Kompetenz interessiert uns erst einmal nicht, denn wir versuchen ja Kompetenz und Expertise im Netz aufzubauen. Die folgenden Eigenschaften und Fähigkeiten zeichnen Menschen aus, die im Internet von Suchmaschinen und Menschen als kompetente Experten wahrgenommen werden:

  • Fachwissen zu einem Themengebiet – essentiell, da man sonst nicht in der Lage ist Themen zu bearbeiten
  • Die Fähigkeit Informationen als Text aufzubereiten, sprich Texte zu schreiben, die der potentielle Leser auch versteht – Sie müssen kein Schriftsteller sein, können im Prinzip auch im Dialekt schreiben (wozu ich allerdings nicht rate), was wichtig ist, sind die Gliederung, die Aufbereitung der Information und eine anschauliche und verständliche Darlegung des Themas
  • Der Wille sich im Diskurs zu üben – dieser muss kein akademischer sein, es geht darum sich mit anderen Menschen die sich in diesem Fachgebiet bewegen auszutauschen – und dies durchaus in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel in Foren, bei sozialen Netzwerken oder durch Kommentare im eigenen wie auch auf anderen Blogs
  • Stichwort soziale Netzwerke – ein Experte hält sich auf dem Laufenden darüber, was sich in seinem Fachgebiet tut – er kann natürlich auch darauf warten, bis die monatliche Fachzeitschrift erscheint, dann ist er allerdings nicht vor jenen informiert, für die er mitunter schreibt. Allen voran Twitter bietet einen Einblick in die jeweilige Szene, oft Tage bevor es Meldungen in die gängigen Newskanäle schaffen – dazu aber später mehr. Kurz gesagt, der Experte ist informiert – vor den nicht-Experten.
  • Ein Gesicht im Netz – ob ein Cartoon, ein Foto oder was auch immer – Farbe bekennen und in seinen Postings erkannt zu werden hilft dabei sich einen Namen zu machen
  • Regelmäßiges Agieren – Experten sind aktiv, wer nicht aktiv ist, verliert den Kontakt zum Puls der Zeit und gerät in Vergessenheit. Ein Artikel pro Woche ist eher das Minimum

Das klingt im ersten Moment nach viel Aufwand, ist tatsächlich aber das was gerade in Führungsetagen zum täglichen Brot gehört, mit dem Unterschied, dass eher die Tagespresse nach relevanten Artikeln durchforstet wird und man sich über Artikel ärgert oder freut anstelle sie in einem eigenen Artikel zu kommentieren oder zu kritisieren. Wie lange brauchen Sie für einen Text von 300 Worten? 20 Minuten? Eben…. und das Fachwissen haben Sie ja.

Aktuelle Informationen – Expertenbrot

Experten sind informiertWoher Sie diese nehmen? Schlagen Sie erst einmal die Zeitung zu und öffnen Sie Ihren Browser (Anmerkung: das Internet – und nein, diese Anmerkung ist wieder einmal nicht überflüssig…). Aktuelle News sind zuerst einmal im Netz, hier eine paar Tipps, wie Sie dazu kommen, ohne die Suchmaschinen zu plagen. Ebenfalls schneide ich im Folgenden das Thema an, wie Sie selbst zu einer Nachrichtenquelle werden können.

1. Twitter

Es hat seinen Grund, warum Diktatoren dieses Medium fürchten – nichts geht schneller als einen Tweet abzusetzen. Sie sind zwar auf eine kurze Zeichenkette beschränkt, können aber darin auch einen Link platzieren und so im eigenen Artikel weiterführende Information anbieten. Dies tun Journalisten, Agenturen und feiberufliche Bloger. Gerade bei Journalisten zahlt es sich aus, auch deren „private “ Blogs zu lesen, da sie dort nicht an die Vorgaben einer Redaktion gebunden sind und ihrer Meinung freienLauf lassen können.
Sie können bei Twitter anderen Leuten folgen, sprich deren Tweets abonnieren. Somit sind Sie informiert, wenn etwas neues gepostet wird. Wählen Sie mit Bedacht wem Sie folgen, damit Ihr News-Stream sauber bleibt und wirklich hauptsächlich die Informationen beinhaltet, die Sie als relevant betrachten. Des weiteren können Sie selbst Follower gewinnen, also Leute dafür begeistern, Ihren Tweets zu folgen. Sie müssen theoretisch nicht einmal selbst etwas tweeten, wenn Sie gute Artikel „retweeeten“ also an Ihre Follower weitergeben, kann auch das für diese interessant sein.
Wenn Sie selbst einen Artikel geschrieben haben, sollten Sie diesen natürlich tweeten, damit die Leute davon erfahren. Wenn der Artikel gut ist, wird ihn Ihre Gefolgschaft ebenfalls teilen und der virale Aspekt von Twitter beginnt zu arbeiten.

2. RSS Feeds

Ähnlich wie Twitter aber etwas anspruchsvoller im Aufwand sind RSS-Feeds. Hierüber gibt es auf dem Blog der Guten Webseite bereits einen Artikel, den Sie >> hier lesen können. Ich halte mich deshalb kurz damit – nur so viel, Ihr Blog sollte einen RSS Feed haben, damit andere ihn abonnieren können und des weiteren sollten Sie interessante Quellen selbst abonnieren.

3. Google+

Google+ ist zwar hinter Facebook weit abgeschlagen, hat aber gegenüber dem großen sozialen Netzwerk den Vorteil, dass Sie Ihr Profil mit Ihrer Webseite in einer Form verknüpfen können, die Sie in der Google-Suche als Author in den Vordergrund rückt. Die Bilder in den Suchergebnissen sind zwar seit kurzem nicht mehr dabei – ich vermute mal, weil Google dadurch einige Klicks auf Werbung verloren hat -, Ihre Artikel werden aber, da Sie als regelmäßiger und vor allem zuordenbarer Poster mehr Kompetenz zeigen, höher gerankt.

Auch auf Google+ finden Sie einen News-Stream der Leute, denen Sie dort folgen. Die Frequenz in der Neuigkeiten hereinkommen ist zwar deutlich niedriger (bei Twitter haben Sie Nachrichten quasi im Minutentakt), aber dennoch relevant, zumal Sie erkennen, wie viele Leute ein Thema bewegt.

Auch hier gilt, wenn Sie was geschrieben haben – teilen Sie es. Die breite Masse erreichen Sie auf Google+ (noch) nicht, aber wenn Ihnen hier jemand folgt, dürfen Sie davon ausgehen, dass er oder sie durchaus an Ihrer Arbeit interessiert ist. Ein Vorteil bei Google+ ist, dass die Beiträge – im Gegensatz zu Facebook – noch nicht gefiltert sind, es werden alle News die Sie teilen bei allen Ihren Followern angezeigt. Achten Sie deshalb auch darauf wann Sie posten. Wenn dies spätnachts geschieht, kann Ihre Meldung mitunter am folgenden Tag sehr weit nach hinten gerutscht sein.

Sie können bei Google+ ein privates Profil oder eines für Ihr Gewerbe anmelden, oder eine Seite für Ihre Firma – wichtig ist in jedem Fall, dass Sie privat und geschäftlich nicht mischen. Ihre Fachkollegen sind vielleicht gar nicht so sehr an der Grillfeier vom Wochenende interessiert, als es im ersten Moment den Anschein hatte.

4. Facebook

Ob Sie es lieben oder hassen, so ganz ohne geht es nicht. Einige wichtige Regeln gibt es aber für das größte soziale Netzwerk:

  • legen Sie für Ihre Expertentätigkeit, sprich den Blog oder Ihre Firma eine Firmenseite an – privat und Business sollte insbesondere auf Facebook wirklich getrennt sein, es sei denn, Sie nutzen Facebook privat überhaupt nicht – dann sollten Sie aber auch Ihren Freundeskreis dort genau im Blick haben – Sie sind nicht glücklich, wenn Sepp vom Stammtisch bei Ihrem Artikel sowas postet wie „Mei du Depp, des vasteht jo koana“ (alle mit dem schönen Namen Josef mögen mir die missbräuchliche Verwendung des selbigen hier verzeihen!)
  • erstellen Sie eine Anwendung auf Facebook um diese Seite mit Ihrer Webseite zu verknüpfen – damit ist gewährleistet, dass das was Sie posten auch gleich auf Facebook erscheint und Sie holen die Leute dort ab, anstatt sie hinzuschicken.
  • Achten Sie auf die Privatsphäre – mehr als alle anderen Netzwerke hat es Facebook, unter anderem mit seinem neuen Sidekick WhatsApp, auf Adressdaten in Ihrem Mobiltelefon abgesehen. Achten Sie darauf was Sie für wen freigeben.
  • Spielen Sie nicht auf Facebook – es gibt nichts nervigeres als „Freunde“ die einen ständig zu irgendeinem Spiel einladen (häufig aus Versehen) oder mit ihren Errungenschaften bei einem Spiel (wiederum meist ungewollt) im Newsstream prahlen.

5. Business-Netzwerke Xing, LinkedIn & Co

Besonders Xing ist im deutschsprachigen Raum ein wichtiger Player und sorgt für Vernetzung auf geschäftlicher Ebene. Die sozialen Business-Networks eine gute Anlaufstelle um Ihre Expertise zu zeigen. Auch die Diskussionen in den Foren und Gruppen geben Ihnen die Möglichkeit sich sehr aktiv am Branchengeschehen zu beteiligen.

Fazit zum sozialen AgierenSozial kompetent in sozialen Netzwerken

Bei allen sozialen Netzwerken gilt:

  • Seien Sie authentisch, geben Sie sich nicht im Anzug, wenn Sie normalerweise bei Ihren Kunden in der Lederhose auftreten (ok, das Beispiel ist vielleicht ein wenig überzeichnet)
  • Pflegen Sie Ihre Profile und sorgen Sie dafür, dass Sie wiedererkannt werden. Sie sollten nicht auf Facebook „Superwuzzi“ und auf Google+ „Dr. Maier“ sein…
  • Achten Sie auf Ihre Beiträge, sehen Sie welche Resonanz Sie damit erhalten
  • Zögern Sie nicht, Ihre „Freundesliste“ zu reinigen, wenn Sie durch zu großzügiges Folgen oder „Adden“ eine unüberschaubare Menge angehäuft haben – kaum jemand wird Ihnen böse sein
  • Gestalten Sie Ihre Seiten auf den sozialen Netzwerken ansprechend – überlegen Sie welches Hintergrundbild Sie verwenden. Es ist zwar schön, dass Sie beispielsweise schon in Amerika waren, das jedem durch ein Bild von Ihnen vor der Freiheitsstatue zu zeigen, unterstützt Ihre informierende Mission nicht wirklich.
  • Machen Sie keine Werbung für sich – wenn Sie Werbung auf sozialen Netzwerken haben möchten, können Sie eine solche schalten, das stellt kein Problem dar und sollte dann ausschließlich gegnüber Menschen erfolgen, die Ihnen nicht bereits folgen. Bedenken Sie, Ihre „Fans“ oder „Followers“ sind nicht bei Ihnen, weil Sie so schön werben können… außer Sie sind eine Werbeagentur.
  • Wenn Sie für ein Unternehmen oder eine Dienstleistung posten, nutzen Sie die Möglichkeit von Bewertungen und bauen Sie eine gute Reputation auf. Zufriedene Kunden sind oft geneigt, eine entsprechende Bewertung zu hinterlassen, hin und wieder muss man Sie aber darum bitten.
  • Achten Sie auf die korrekte Lokalisierung Ihres Standortes, damit Interessenten aus Ihrer Umgebung Sie noch besser finden. Lokale Angebote spielen in den letzten Google-Updates eine große Rolle.
  • Tauschen Sie sich regelmäßig mit Branchenkollegen aus – via Blog, via Foren usw. – verlinken Sie auch zu deren Artikeln, wenn Sie diese als lesenswert betrachten. Neid ist nicht angebracht.
  • Binden Sie Schaltflächen für Twitter, FB und G+ unter Ihren Artikeln ein – damit erleichtern Sie es den Lesern diese zu teilen
  • Erlauben Sie Kommentare zu Ihren Artikeln, moderieren Sie diese aber – zu schnell ist man zugespammed

Wenn Sie sich an diese paar Richtlinien halten sind Sie zum einen gut informiert und zum anderen bald ein gefragter Experte. Alles braucht natürlich seine Zeit – die Reaktion „Gut, dass Sie endlich da sind – wir wollten schon anrufen…“ brauchen Sie nicht zu erhoffen 😉

Weiterführende Links:

SEO in der Krise? Wohin geht der Weg

SEO in der KriseMomentan wird viel spekuliert im SEO-Bereich. Kaum jemand ist wirklich glücklich mit den Neuerungen der Google-Suche, und das hat seinen Grund. Ich versuche hier abzubilden, wo ich ein wirkliches Problem sehe.

Ich spreche von Google, weil deren Marktanteil momentan zu groß ist um von etwas anderem zu sprechen. Ich glaube aber, dass die Tendenz zu Alternativen zu Google auch deshalb wächst, weil jene die sich damit auskennen – und das sind hier die Opinion-Leader und auch die, die darüber schreiben – gerne mehrere Kanäle hätten, auf denen Sie arbeiten können. Der Durchschnittsuser kennt keine Duckduckgo.com Suchmaschine, er wird sich auch nur schwer plötzlich Gedanken über die Privatsphäre bei der Suche machen, außerdem ist er zufrieden in seiner scheinbar flauschigen Internetwelt.

Was hat sich geändert bei der Google-Suche?

Grob gesagt hat Google die Absicht seine Suche so organisch wie möglich zu halten. Es sollen Antworten auf Fragen geboten werden. Anbieter von Produkten, die diese Fragen betreffen sind Google in Punkto Suchergebnis vorerst nicht so wichtig – was dem menschlichen Verhalten ja entgegenkommt. Wenn ich wissen möchte, wie ich ein Ei koche, brauchen ich nicht gleich einen Eierkocher kaufen – und will es wahrscheinlich in dem Moment auch gar nicht.

Was Google nicht mag:

  • Linkfarmen
  • keine gekauften Links
  • keinen Spam
  • doppelte Inhalte – es soll alles so einzigartig wie möglich sein
  • Flash-Seiten (mittlerweile warnen sie auf mobilen Geräten davor)
  • Keyword-Stuffing
  • Zu werbelastige Seiten
  • Gastbloggen (Siehe der letzte Link unten…)

Was Google mag:

  • einzigartige, hochwertige Inhalte
  • Bilder zu Themen
  • gute Beschreibungen
  • lange, relevante  Texte
  • Autoren, die kompetent sind – sprich viel schreiben zu Themen
  • Autoren, die ihr Profil mit Google+ verbinden und so in der Suche identifiziert werden können
  • Links – aber nur organische – also ehrlich gesetzte, nicht gekaufte usw.
  • Schnelle Seiten

Wo ist jetzt das Problem – und was hat das mit SEO zu tun?

In den neuen Richtlinien für Seitenauditoren bei Google (>> hier ein englischsprachiger Artikel dazu von Jennifer Slegg) steht explizit geschrieben, dass Fachautorität, sprich Kompetenz und Zusatzinformationen auf einer Seite zu dem in der Seite behandelten Thema als sehr wichtig zu betrachten sind. Wir dürfen davon ausgehen, dass auch bei der Indizierung der Seiten so gearbeitet wird. OnPage SEO – also Optimierung auf einer Seite selbst – wird zunächst darauf achten, dass die grundsätzlichen Anforderungen wie Permalinks, Seitenstruktur, interne Links, Beschreibungen und Titel stimmig sind und passen.

Nun kommt das OffPage SEO – also alles was mit der „Verlinkung“ der zu optimierenden Seite zu tun hat. Die einen kaufen Links auf Blogs, die anderen arbeiten mit Kommentaren, wieder andere gehen auf die Suche nach broken Links und versuchen ihren Content als neues Linkziel unterzubringen. Das kann eine Agentur machen oder Seitenbetreiber machen es selbst.

Kurze Anmerkung: Links sind wichtig in der Suchmaschinenoptimierung. Die Idee ist noch immer sich in einem Thema quasi von Link zu Link zu hangeln und diese Links sollen eben wirklich passen und nicht aus Gründen des Profits gesetzt sein. Ob ein Link gekauft wurde oder tatsächlich organisch ist, lässt sich nicht immer einfach eruieren. Wichtig ist, dass das Thema passt und man nicht auf einer Seite landet, die eine Sackgasse bildet. In diesem Blog oder auf der Hauptseite werden Sie übrigens keinen einzigen gekauften Link zu einem Beitrag finden.

So… jetzt fehlen nur noch die hochwertigen Inhalte, zu denen verlinkt werden soll – die praktisch den zu findenden Inhalt auf einer Webseite darstelllen. Macht die Agentur? Toll… dazu hier ein Beispiel:

Tischlerei Holzbartl & SEO

Fa. Holzbartl ist eine Tischlerei. Herr Holzbartl ist in dritter Generation Tischler – ein wirklicher Experte… beim Tischlern. Schreiben liegt ihm nicht, das Internet benutzt er hauptsächlich um sich gelegentlich ein Pizza zu bestellen – aber seine Webseite ist ihm wichtig. Die soll gut ausschauen und natürlich gefunden werden. Er beschäftigt also eine Agentur.

Die Agentur arbeitet großartig. Eine tolle Homepage wird erstellt, wie in der Werbung versprochen werden redaktionelle Inhalte fürs Content-Marketing geschrieben und Herr Holzbartl ist zufrieden. Einen Haken gibt es aber bei der Sache – in der Agentur ist niemand ein Tischler.

Der „Experte“, der sich für Herrn Holzbartl ein Google+ Profil angelegt hat und in seinem Namen Artikel schreibt und den Inhalt der Seite vermarktet, hat tatsächlich von Holzbearbeitung so viel Ahnung wie Herr Bartl von PHP. Das Ergebnis sind schöne, redaktionelle Texte mit dem fachspezifischen Tiefgang eines Horoskops in einer Gratiszeitung.  Klingt böse? Soll es auch – wobei natürlich jede Agentur sich mit der zu vermarktenden Materie auseinandersetzt, damit die Artikel gut werden – aber Expertenartikel sind es deshalb noch lange nicht. 

Wohin führt das?

WegDiese, meine,  Antwort auf diese Frage wird niemandem schmecken, aber momentan sieht es für mich so aus, dass das Web noch wesentlich mehr als bisher in Zukunft aus lediglich lauen Artikeln zu wichtigen Themen besteht. Wer verkaufen will und nicht ständig aktuelle Inhalte posten möchte, muss auf bezahlte Werbung in der Suchmaschine zurückgreifen – was Google natürlich gefällt. Sind die Telefonbücher und Firmenverzeichnisse endlich auf die hinteren Ränge verwiesen bei der Suche nach Information – was ich persönlich begrüße – so kommt nun die Ära der „redaktionellen Texte“ auf uns zu, die leider außer im technischen Bereich – denn hier gibt es tatsächlich richtig viele Blogger mit Expertenwissen – nur sehr wenig für die Leute bietet.

Etwas gutes hat die Sache allerdings, Fachliteratur wird wieder mehr konsumiert werden. Fachmagazine on- und offline dürften sich bald in jeglicher Branche an einem regen Zulauf erfreuen. Auch Foren steht eine Renaissance bevor, nachdem doch viele User in die sozialen Netzwerke abgedriftet sind und sich dort austauschen.

Fazit

Es geht nicht darum, dass Leute, die bisher nicht im Netz gepostet haben, das in Zukunft tun sollten oder nichts verloren ist, weil sie es weiterhin nicht tun – es geht darum, dass wir demnächst von scheinbaren Fachartikeln von scheinbaren Experten überflutet werden, weil das die einzige Möglichkeit bleibt, einen Inhalt abseits von klassischen Anzeigen zu vermarkten. Entweder Google bekommt demnächst eine ernst zu nehmende Konkurrenz oder wir erleben seichtes Programm in den Suchergebnissen. Viel Spielraum ist da nicht. Google Adwords wird auf jeden Fall noch eine Weile an Bedeutung gewinnen und die SEO Agenturen haben sicher auch viel zu tun.

Schreiben Sie für Menschen! Wenn Sie keine Zeit zum Schreiben haben, machen Sie OnPage SEO oder lassen es machen und investieren Ihr Geld in Werbung anstatt in Artikel, die nicht von Ihnen sind. Eine gute Möglichkeit wäre, wenn Sie sich im Schreiben nicht so sicher sind aber Zeit und vor allem die Expertise dazu hätten, dass Sie Ihre Artikel von einer Agentur redaktionell überarbeiten lassen. SEO Tips sind viele im Netz zu finden, nicht alle sind gut – aber wenn Sie Ihre OnPage Optimierung im Griff haben, ist ein Gutteil des Weges bereits hinter Ihnen.

Links

Zeitraffer / Timelapse Filme erstellen

woman-246236_640Ein kürzlich bearbeitetes Projekt zum Thema Timelapse- oder Zeitraffer- Film veranlasst mich, hier ein wenig über die Erstellung solcher Filme zu schreiben. Die hier beschriebenen Verfahren sind alle mit kostenloser Software durchgeführt worden, es gibt auch professionelle Videobearbeitungsprogramme, die den selben Zweck erfüllen und noch deutlich mehr können.

Was bedeutet Zeitraffer oder Timelapse?

Für die meisten bekannt, dennoch der Vollständigkeit halber erklärt – ein Zeitraffer-Film ist die filmische Aufbereitung eines relativ langen Prozesses, der in Einzelbildern aufgenommen wurde. Die Einzelbilder werden dabei in einem festgelegten Intervall, z.B. 20 Sekunden, aufgenommen und dann in einer Video-Datei aneinandergereiht und in rascher Folge wiedergegeben.

Ein Beispiel für Timelapse

Sie möchten die Bewegung der Wolken darstellen. Dafür fotografieren Sie mit einer fixierten Kamera (sie muss fixiert sein, damit immer der selbe Ausschnitt sichtbar ist) den Himmel etwa alle 20 Sekunden. Nach einer Stunde haben Sie so 180 Bilder.

Diese Bilder werden im dann erstellten Video mit 20 Bildern pro Sekunde wiedergegeben. Der Film dauert dann 9 Sekunden in denen Sie sehen, wie die Wolken in großer Geschwindigkeit über den Himmel ziehen.

Das folgende Video von Aho0o0o0o zeigt eine solche Aufnahme:

Wie erstellt man einen Timelapse Film?

Zunächst braucht man das Bildmaterial. Unser Projekt war der Bau eines Naturpools. Hier die Kerndaten:

  • Kamera: GoPro
  • Anzahl Einzelaufnahmen: ca. 8000
  • Gewünschte Dauer: < 4 Minuten
  • Bildformat: 4:3
  • Auflösung der Basisbilder: 4000 x 3000 Pixel

Das Datenmaterial hatte etwa 79 GB, also eigentlich zu viel um damit zu arbeiten.

1 Schritt: Bilder verkleinern

Zum Verkleinern der Bilder gibt es verschiedene Software. Eine sehr gute ist „Der grandiose Bildverkleinerer“ von Dr. Wuro. Damit lassen sich alle Bilder zunächst auf einen Bruchteil der ursprünglichen Größe Reduzieren. Unser Film soll in einer Maximalauflösung von 1440 x 1080 pixel laufen (Full HD bei 4:3), wir können die Bilder also auf diese Größe reduzieren. Speichert man als JPEG und gibt man sich mit 90 % Qualität zufrieden, ist die Dateigröße damit gleich auf weniger als 1/10 der ursprünglichen Größe reduziert. Damit kann man arbeiten.

2. Schritt: Titelbilder und Abspann einfügen

Damit man vor dem eigentlichen Film einen Titel sieht und im Abspann den Musiker für die verwendete Musik (die kommt noch) nennen kann, muss man entsprechende Einzelbilder vor und nach den Zeitraffer Bildern einfügen. Je nach Framerate, sollten etwa je 3 Sekunden für Vor- und Abspann eingeplant werden, bei einer Framerate wie hier von

8000 / 240 = ca.  33 Bilder pro Sekunde

müssen wir also mindestens 33 x 3 Einzelbilder vor und nach den Timelapse-Bildern hinzufügen. Diese Bilder brauchen natürlich die selbe Auflösung – 1440 x 1080 – wie die Zeitraffer Bilder für den Hauptfilm.

3. Schritt: Bilder umbenennen

Für die Erstellung des Timelapse Films verwenden wir keine eigentliche Zeitraffer Software sondern das Programm Virtual Dub eine kostenlose Software. Damit diese die Bilder zu einem Film zusammenfügen kann, müssen diese als Reihe benannt werden. Das bedeutet, dass jedes einzelne Bild, Vorspann, Zeitraffer Bilder und Abspann aufeinanderfolgend benannt werden. Wir haben die Dateien zu diesem Zweck in

  • 0001.jpg
  • 0002.jpg
  • 0003.jpg
  • usw.

umbenannt. Von Hand wäre das ein wenig zeitaufwändig, aber zum Glück gibt es auch hierfür Software.  Rename Master von JoeJoesoft bietet sich an.

4. Schritt: Bilder in Virtual Dub laden

Bildsequenz öffnen Virtual DubSobald alle Bilder in Reihe benannt sind, kann man in Virtual Dub unter „File“ >“Open Video File“ die Bild Sequenz importieren. Dazu wie auf dem Bild als Dateityp „Image Sequenz“ wählen und das erste Bild der Sequenz öffnen. Virtual Dub lädt jetzt die gesamte Reihe.

Man kann sich danach den Timelapse Film schon mit den Standardeinstellungen ansehen. Wenn man nun sofort den Film erstellt, wird er wahrscheinlich mit 20 Frames pro Sekunde produziert und vermutlich auch in einer erheblichen Größe. Ein Codec zur Komprimierung wäre also noch von Vorteil. Also z.B. den XVid Codec hier herunterladen – der hilft um die Dateigröße zu reduzieren. Nach der Installation des Codec muss Virtual Dub neu gestartet werden, damit dieser in der Auswahl unter

„Video“ > „Compression“

erscheint.

5. Schritt: Musik muss her

Damit das ganze musikalisch untermalt wir, muss man zunächst Musik auswählen. Damit es keine Probleme mit Copyright usw. gibt haben wir uns für die Plattform ccmixter.org entschieden, wo man Lizenzfreie Musik bekommt. Achtugn! Musiker und Quelle sowie entsprechende Links sind zu nennen – Details zur Nennung finden Sie auf der Webseite von ccmixter.

Das Stück, welches wir gewählt haben ist etwas kürzer als 4 Minuten, passt aber stimmig.

6. Schritt: Framerate an Musik anpassen

Damit der Zeitraffer Film genau so lange wie die Musik dauert, muss man unter „Video“ > „Framerate“ in Virtual Dub die Option „Change so video and audio durations match“ auswählen.

7. Schritt: Film erstellen

Soweit so gut – wir können loslegen. Der Timelapse Film wird erstellt in dem Sie „File“ > „Save as AVI“ auswählen und einen Dateinamen und Speicherort vergeben. Dann dauert es ein wenig und der Film liegt fertig auf Ihrer Festplatte. Er ist jetzt noch ein wenig Groß, in unserem Fall ca. 450 MB, was auf die hohe Auflösung und die etwas zu hohe Framerate zurückzuführen ist. Selbst mit dem kostenlosen Windows Tool Movie Maker können Sie die Größe noch reduzieren, es kommt aber immer darauf an was Sie damit machen möchten. Für eine DVD oder das Hochladen zu Youtube ist diese Größe durchaus geeignet. Es gibt etliches an Software im Netz, womit Sie die Dateigröße eines Films weiter reduzieren können.

8. Schritt: Zu Youtube, Facebook oder was auch immer hochladen

Wir wollten unseren Film ja im Netz veröffentlichen, also viel die Wahl auf Youtube. Dort anmelden und den Film einfach hochladen – das wars. In der Beschreibung mussten wir noch Urheber des Musikstücks und eine entsprechende Verlinkung einfügen, dann war der Zeitraffer Film „Ein Biopool entsteht“ im Netz und konnte geteilt und gezeigt werden.

Hier auch für Sie der fertige Timelapse Film:

Die Kamera für die Timelapse / Zeitrafferaufnahme:

[AMAZONPRODUCTS asin=“B00F3F0GLU“]

 

Templates & Themes – Das CMS hübsch anziehen

Modische Krawatten - Templates sin Mode für die WebseiteJeder der schon einmal mit mit einem CMS (Content Management System) gearbeitet hat kennt das Prinzip von Templates oder Themes. Die Idee dahinter ist, das Design vom Inhalt zu trennen und damit dafür zu sorgen, dass jene Menschen die den Inhalt gestalten, sich eben über das Design keine Gedanken machen zu müssen. Der Titel stimmt nicht ganz, es gibt auch Templates für HTML-Seiten, also Webseiten ohne CMS. Der Artikel befasst sich aber im weiteren mit dem Einsatz von Templates bei Content Management Systemen.

Gratis Templates oder Premium Templates?

Es gibt zahlreiche kostenlose Templates und Themes mit denen viele ihr Auskommen finden. Wo Vorteile sind, sind auch Nachteile – insbesondere wenn man diese Templates im professionellen Umfeld, also beispielsweise für die Firmenwebseite einsetzen möchte.

  • Branding – das Logo bzw. der Link zum Urheber des Templates darf häufig nicht entfernt werden
  • Eingeschränkte Individualisierungsmöglichkeiten, ohne in den Code einzugreifen
  • Informationen über Updates werden nicht immer publiziert
  • Die Lizenzen sind häufig nur für private Seiten kostenlos

Bei gekauften Templates, gerne auch Premium-Templates genannt, gibt es in der Regel Updates und mehr Möglichkeiten das Aussehen der Seite zu verändern (die gibt es immer – aber ich spreche davon, diese per Konfigurationstool vorzunehmen). Häufig werden mit einem Premium Template auch gleich Premium-Plugins mitgeliefert, ohne extra dafür bezahlen zu müssen. Hierbei ist aber Vorsicht geboten, da diese eben im Normalfall nur mit dem Template gemeinsam upgedated werden können – oder man bezahlt eben doch eine Lizenzgebühr dafür.

Was ist wichtig bei Templates?

Moderne Themes oder Templates bringen in der Regel alles mit, was man möchte – dennoch sollte man sich ein paar Dinge überlegen

  1. Das Template muss zum CMS passen – man kann z.B. kein WordPress Template für Drupal verwenden (und nein, diese Erklärung ist nicht überflüssig 😉 ).
  2. Adaptive / Responsive – sollte ein Template heute auf jeden Fall sein. Damit wird sichergestellt, dass auch auf dem Smartphone oder Tablet ein problemloser Besuch der eigenen Seite möglich ist.
  3. Nicht von riesigen Slidern blenden lassen. Wenn diese der einzige Grund für den Kauf eines Templates sind, sollte man es lassen. Zu große Bilder sorgen für lange Ladezeiten, wenn man nur einen Slider sucht, besser direkt eine Lizenz dafür kaufen.
  4. One-Page / Multipage – damit ist gemeint ob der ganze Inhalt der Seite auf einer einzigen zu finden ist. Dies ermöglicht ein endloses Durchscrollen bis zum Ende, ist aber gerade für Desktopnutzer nicht immer optimal. One-Page Templates sind beispielsweise für einen Shop nicht wirklich geeignet
  5. Unterstützung von E-Commerce Lösungen – wenn Sie einen Shop in die Seite einbauen möchten, sollten Sie schon bei der Auswahl des Templates darauf achten, dass die Shop-Software Ihrer Wahl auch unterstützt wird.
  6. Bildlizenzen – dürfen die mit dem Template gelieferten Grafiken und Bilder auch in der eigenen Seite verwendet werden. Dies ist meist der Fall aber nicht immer. Generell sollte man ohnehin eigene Bilder verwenden um doppelten Content zu vermeiden, wenn ein Bild oder eine Grafik sehr gut passen, sollte es zumindest möglich sein diese zu verwenden.
  7. Alter des Templates und Unterstützung meiner CMS Version – Neue Templates sind normalerweise besser als ältere, wobei ich von ganz neuen abrate, da häufig noch Fehler enthalten sind, die meist über die nächsten Updates ausgemerzt werden. Will man nicht selbst per Coding auf Fehlersuche gehen, so empfiehlt es sich nicht unbedingt die Version 1.0 eines Templates zu kaufen
  8. Rezensionen und Kommentare – Lesen Sie was andere Benutzer, die das Template ebenfalls erworben haben dazu zu sagen haben, wie hoch die Zufriedenheit ist und ob der Support gut reagiert, sollte man etwas benötigen, was in der Dokumentation des Templates nicht erwähnt wird.

 

Wo bekommt man kostenlose Templates & Themes?

Am besten bei Google nach GRATIS XY-CMS Theme oder GRATIS XY-CMS Template suchen (für XY-CMS bitte den Namen des verwendeten CMS eintragen 😉 ). Es gibt auf zahlreichen Blogs und Seiten  Top-10 oder Bestenlisten von Themes & Templates. Viele kostenlose Templates sind zum Ausprobieren gedacht und bieten in einer erweiterten kostenpflichtigen Premiumvariante mehr Möglichkeiten. Achten Sie darauf Ihr CMS vor dem Ausprobieren zu sichern, damit sie im Falle des nicht-Gefallens schnell wieder zur Ausgangssituation zurückkehren können.

Templates kaufen

Templates sind in den Standardlizenzen (z. B. zum Eigengebrauch) sehr günstig zu haben. Für 20 – 100 € erhalten Sie ein modernes Template, dass sie nur noch anpassen müssen. Dieses „nur noch anpassen“ kann es in sich haben. Gerade für Firmenwebseiten empfiehlt es sich nicht, wochenlang an der aktiven Seite herumzuschrauben. Wer mit seiner Seite professionell arbeiten möchte, wird um ein Premium Plugin nicht herumkommen, es ist auch fair, Autoren von Templates zu bezahlen – insbesondere wenn es sich um solche handelt, mit denen man beabsichtigt selbst in welcher Form auch immer, Umsatz zu machen.