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Ein Buchtipp – Zero von Marc Elsberg

Zero - Sie wissen was du tust von Marc ElsbergEtwas ungewöhnlich an dieser Stelle, aber für viele wahrscheinlich lesenswert – das Buch „Zero – Sie wissen was du tust“ vom österreichischen Author Marc Elsberg.

Es geht in dem Thriller um Daten, Datenspionage, Datensammlung und darum, wie es theoretisch möglich ist, uns damit zu kontrollieren. Theoretisch? Nun nur ein Teil des Buches bewegt sich im Bereich der Fiktion, tatsächlich wird die Datensammelwut von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken sehr gut abgebildet.

Das ganze ist natürlich verpackt in eine spannende Geschichte, aber jedem Leser, der sich ein wenig mehr als der Durchschnitt im Internet bewegt, wird ein kalter Schauer nicht erspart bleiben.

Worum geht es in Zero – Sie wissen was du tust?

In aller Kürze zusammengefasst: Eine internationale Hackerorganisation, die ähnlich Anonymous agiert, sich Zero nennt und sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Leute vor dem Datenwahnsinn zu warnen, gerät nach einer Aktion bei der sie den US-Präsidenten heimlich in dessen Urlaub gefilmt hat, in die internationalen Schlagzeilen und auf die Liste der Top-Terroristen. Ein weiterer Protagonist ist ein soziales Netzwerk, welches den Menschen helfen soll, sich selbst zu verwirklichen – FreeMe. Letzteres hat selbst eine gehörige Menge Dreck am Stecken, da die Menschen die es nutzen mitunter ums Leben kommen dabei. Ein Opfer des Netzwerks ist der Freund der Tochter einer britischen Journalistin, die daraufhin in den Focus der Öffentlichkeit gerät und in weiterer Folge gemeinsam mit der Zeitung für die sie arbeitet von FreeMe benutzt wird, um dessen Popularität zu steigern. Sie soll Zero jagen und wird bald selbst zur gejagten, denn Zero erscheint als die letzte Bastion gegen das hoch manipulative FreeMe – was auch der Journalistin nicht verborgen bleibt.

Das Buch bekommen Sie hier:

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Was findet man in dem Buch?

Datenspionage, Datenkraken und recht plausible Dartstellungen, wie Smartphones, der Hang ständig online zu sein und soziale Netzwerke in der Lage sind uns zu manipulieren. Auch amerikanische Geheimdienste werden unverblümt bei ihren Abhör- und Überwachungstätigkeiten dargestellt. Kurz gesagt, die dunkle Seite des modernen Datenzeitalters wird uns ins Gesicht geklatscht wie ein Wiener Schnitzel vor dem Klopfen. Vorsicht an alle, die das nicht wissen möchten – nehmen Sie die blaue Kapsel und lesen Sie Zero nicht 😉

Freeme – gibt es so etwas bereits?

Die Antwort darauf ist ein klare JEIN. Es gibt kein Netzwerk, das so umfassend psychologisch arbeitet wie das in Zero beschriebene Freeme. Wir werden aber sehr wohl schon von den klassischen sozialen Netzwerken beeinflusst. Die unlängst in den Medien bekannt gewordene Facebookstudie zum Thema Gefühlsbeeinflussung, welche im Wissenschaftsmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America“ veröffentlicht wurde zeigt, dass eine Beeinflussung durchaus möglich ist. Bei dieser Studie ging es um die Gefühls- oder Stimmungsbeeinflussung der Menschen durch gezielte Anzeige von entweder vermehrt positiven oder negativen Beiträgen, die dann zu einer verstärkt positiven oder eben negativen Beitragsaktivität durch die beeinflussten User führte.

Wo es konkrete Beeinflussung gibt, die durchaus von den Nutzern auch gewollt ist, sind momentan Sport und Gesundheit. Es gibt diverse Apps, die den Nutzer zu einem bewussteren bzw. aktiverem Verhalten in punkto Ernährung, sportlicher Betätigung oder z.B. auch was das Rauchen angeht, erziehen möchten und können.  Im Folgenden drei Beispiele:

Runtastic

Eine österreichische App, die weltweit unglaublich großen Andrang findet und sich nicht nur auf den Laufsport beschränkt. Mittlerweile sind Spaziergänge, Nordic Walking, Mountainbike und ähnliche Aktivitäten bereits möglich. Das Trainingsprogramm wird für jeden inviduell erstellt, die Strecken werden mitprotokolliert, Distanzen, Höhenmeter, Durchschnittsgeschwindigkeit usw. werden erfasst und gespeichert. Eine Leistungssteigerung wird leicht ersichtlich und die Erfolge können natürlich in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Dies führt in weiterer Folge auch zu einem gewissen Wettbewerb mit Freunden und generell Nutzern, die die App auch verwenden. Hier ein paar Varianten der App für verschiedene Sportarten (die Links sind für den Appstore by Apple – für Android gibt es die Apps ebenfalls):







Andere „Gesundheits“-Apps:

Die folgenden Apps sind zum Abnehmen, zur Raucherentwöhnung und als Hilfe für gesunde Ernährung gedacht:









Man lässt sich gerne beeinflussen wenn es um die Gesundheit oder Wellness geht – aber behalten wir im Hinterkopf, dass die Macht jemanden zu beeinflussen auch missbraucht werden könnte. Wird beispielsweise nur mehr ein bestimmtes Produkt empfohlen, wird die Gesundheitsverbesserung zu einer Marktbeeinflussung. Nutzen wir solche Apps besser sehr bewusst als ihnen blind zu vertrauen.

 

Und diese Produkte – ähnlich jenen im Roman Zero – gibt es tatsächlich zu kaufen:

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Ok, Smartwatches – davon haben doch alle schon zumindest gehört aber das nächste Teil, kommt mit seinen Tipps schon sehr nahe an die „ActApps“ aus dem Buch. Es funktioniert natürlich nur, wenn mfffan die entsprechenden Apps auch auf dem Smartphone installiert:

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Drohnen? Ja natürlich gibt es die, vielleicht noch nicht so klein wie im Buch beschrieben, aber durchaus erschwinglich:

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Minikameras – hier eine im Kugelschreiberformat – aber ehrlich, die gibt es schon seit einigen Jahren:

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Nicht fehlen darf natürlich der Raspberry Pi 😉 :

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Was ist mit den „Glasses“?

Die Datenbrille wie in Zero von Marc Elsberg gibt es zwar, aber noch nicht für jeden (man muss momentan US Bürger und über 18 Jahr alt sein) – wer sich registrieren möchte, bekommt vielleicht eine.

>> Als Explorer bei Google für Google Glass registrieren

 

Andere Romane ähnlich Zero von Marc Elsberg

So realistisch wie Elsberg schreibt Daniel Suarez zwar nicht, aber Daemon und das Folgebuch Darknet könnten in einer nahen Zukunft durchaus recht real werden. Datenbrillen spielen auch hier eine sehr zentrale Rolle, wenn auch in Bezug zu einem Online-Spiel, welches im weiteren Verlauf in der Realität gespielt wird und die Welt wie wir sie kennen verändert. Besonders interessant ist der Wechsel der Perspektive. Ist es im ersten Band noch der Daemon (Anm.: Daemon ist ein Computerprogramm, dass sich im Internet ausbreitet), der scheinbar rücksichtslos nach Macht greift, ist es im zweiten Teil Darknet kaum möglich zu sagen, welche Partei die besseren Absichten hat. Einzig klar ist, welche Protagonisten übles vor haben.

Hier die Links zu den Büchern auf Amazon:

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Wer dann noch eine Weltreise auf der Jagd nach Datendieben machen möchte, dem sei noch das Buch Error ans Herz gelegt. So technisch wie Zero, Daemon oder Darknet geht es aber hier nicht zu. Das zweite Buch von Neal Stephenson welches ich hier noch vorschlage ist zwar etwas älter, aber ein wirklicher Hammer – wenn man ein wenig Zeit mitbringt: Cryptonomicon – ein durchwegs inspirierendes Buch.

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Weitere Artikel zum Thema Datenschutz auf diesem Blog:

Aus aktuellem Anlass – Vorsicht vor Emails mit RTF Dateien im Anhang

Aktuell geht eine schiere Flut an Mails mit Virenverseuchten RTF-Anhängen in alle möglichen Mailboxen. RTF oder Richt Text Format ist ein erweitertes Textformat, das im Gegensatz zu TXT, dem klassischen Textformat auch Code beinhalten kann. Ich möchte gar nicht zu sehr ins Detail gehen, wichtig ist nur eines:

Vorsicht vor Emails mit RTF-Datei im AnhangLÖSCHEN SIE MAILS, DIE IM ANHANG EINE RTF-DATEI HABEN!

Welche Absendeadressen werden für diese Virus Attacken – denn um nichts anderes handelt es sich – verwendet?

In Österreich sind es hauptsächlich die Absenderadressen der Mobilfunkanbieter, von denen die Leute es gewohnt sind, Rechnungen als Mail zu bekommen – konkret:

  • A1
  • Bob
  • Drei
  • Telering
  • T-Mobile
  • Yesss

Auch die Klassiker wie Banken, ominöses Gewinnspiele usw. finden sich als scheinbare Absender. Bei denen ist aber die Gefahr nicht so groß, da sie eher als ungewöhnlich erkannt werden. Ihr Mobilfunkanbieter schickt Ihnen die Rechnung meistens als PDF oder verlinkt zu seiner Seite um sie dort downloaden zu können. Bei Links gilt generell überprüfen Sie diesen bevor Sie Ihn klicken. Moderne Mailprogramme zeigen das Linkziel wenn man die Maus über den Link navigiert und dort verharrt OHNE zu klicken. Kommt Ihnen der Link seltsam vor, lassen sie das mit dem Klicken.

Im Zweifelsfall rufen Sie den scheinbaren Absender an – aber keinesfalls über eine Nummer, die in der betreffenden Email steht – auch diese kann falsch sein.

Was tun, wenn man die Datei geöffnet hat?

In den meisten Fällen sollte Ihr Virenscanner anschlagen – tut er das, ignorieren Sie ihn nicht! Wenn Sie die Datei ohne Probleme öffnen konnten, könnten Sie ein Problem haben. In diesem Fall, den Rechner vom Internet trennen, herunterfahren und einen Fachmann anrufen. Reagieren Sie bitte nicht so, wie so viele es in letzter Zeit tun, mit der Idee „Mir egal, ich hab eh nichts zu verbergen…“. Sie haben wahrscheinlich nun ein von einem Virus infiziertes System und gefährden damit alle Leute, die Sie in Ihrer Kontaktliste haben – denken Sie auch daran.

Auch PDFs können Schadcode beinhalten

Die Attacken sind zwar am häufigsten jene mit gezippten oder RTF Dateien, es kann aber auch in PDFs Schadcode enthalten sein. Noch einmal, wenn Sie eine Mail von jemandem bekommen, den Sie nicht kennen oder mit dem Sie keine Geschäftsbeziehung haben, löschen Sie diese. Wenn es sich tatsächlich um wichtige Informationen handelt, wird man Sie noch einmal auf anderem Weg kontaktieren.

Hier noch zwei Links, die zu denken geben. Der erste Artikel befasst sich mit neuen Trojanern, die es auf Ihr Ebanking abgesehen haben, der zweite erläutert die Gefahren von sogenanntem Spearphishing (sehr gezielte Phishing Attacken, welches besonders für Personen in Führungspositionen eine Gefahr darstellt: