Wer braucht die Cloud?

By | 21. August 2013

Cloud Computing ist in aller Munde und es werden Stimmen laut, die behaupten ohne geht gar nicht mehr. Dass dem nicht ganz so ist, möchte ich im folgenden Artikel darstellen. Vorne weg, ich bin kein genereller Kritiker der Cloud, sie als Allheilmittel für alle möglichen Anforderungen zu preisen liegt mir aber fern.

Wo liegen die Vorteile der Cloud?

Cloud Computing ist eine sichere und zukunftsträchtige Lösung die genutzt wird um Daten auf externen Servern auszulagern. Diese Daten können von simplen Dateien, die erstellt oder bearbeitet wurden bis hin zu Anwendungen und komplexen Datenbanken alles mögliche sein. Es gibt mittlerweile sogar Betriebssysteme, die nicht mehr lokal gespeichert sind. Der Einsatz einer solchen Architektur is vor allem zu empfehlen wenn

  • – Neuanschaffung von Hardware ins Haus steht – um einen eigenen Server zu sparen und / oder IT-Know How
  • – dezentral gearbeitet wird, also viel von unterwegs oder im Homeoffice, aber auch bei mehreren Standorten
  • – Generell für Neugründer, die Hardware- und Softwarekosten sparen wollen und stattdessen Lizenzgebühren auf periodischer Basis entrichten möchten. Statt Investitionen fallen bei Cloudanwendungen Betriebskosten an.
  • – IT Know-How im Betrieb Mangelware ist, niemand in der Lage ist rudimentäre Administrationsaufgaben zu übernehmen (z.B. Datensicherung, Nutzer einrichten…)
  • – Kurzfristige Kapazitätssteigerung erforderlich ist
  • – Datensicherung umgesetzt werden muss
  • – lokale IT-Sicherheit nicht in einem hohen Umfang gegeben ist

Nachteile der Cloud

Die Cloud ist günstig, bei fast jeder Form des Internetzuganges möglich und auch weitgehend sicher… ABER:

  • – Sie geben Kontrolle ab
  • – Betriebskosten werden bei vorhandener IT erhöht
  • – Neue Anforderungen an lokale IT Manager
  • – Ausfall des Internetanschlusses bedeutet große Probleme
  • – Neue Software muss unter Umständen angeschafft werden
  • – Sensible Daten nur bedingt Cloud tauglich aus Datenschutzgründen
  • – Cloud Anbieter kann mitunter Ihre Daten einsehen
  • – Gefahr der Abhängigkeit vom Cloud-Anbieter (Lock-In)

Gerade weil Sie Kontrolle an Ihren Cloud Anbieter abgeben ist es erforderlich jemanden zu haben, extern oder intern, der die Vorgänge im Blick hat und notfalls reagieren kann. Kommt es zu Datenverlusten in der Cloud oder wird Ihr Anbieter gehackt müssen Sie das auch Ihren Kunden gegenüber vertreten können. Der Vorteil wiederum ist, wenn ein Hack bei einem Anbieter gelingt, waren höchstwahrscheinlich nicht gezielt Ihre Daten Ziel der Attacke, da etliche Firmen dort gehostet werden und die Anbieter sich normalerweise in Schweigen darüber üben sollten, wer bei ihnen Daten gespeichert hat.

Wann brauchen Sie keine Cloud? 

Ich habe den Eindruck, dass die Empfehlung zum Cloud Computing momentan etwas vorschnell gegeben wird. Im folgenden ein Beispiel für einen Fall, der keiner Cloud bedurfte sondern lediglich neuer Festplatten um ca. 300 € – real erlebt und hoffentlich nicht die Regel:

Firma Z hat einen Server und benötigt dort mehr Speicherplatz um ihre Daten zu sichern. Es handelt sich um ein kleines Anlagebüro, die Leute arbeiten alle in den Räumen der Firma. Sie haben eben jenen Server und eine gut eingespielte Datensicherungsroutine. Lizenzen sind für alle Rechner vorhanden und man ist mit der aktuell eingesetzten Software mehr als zufrieden.

Firma Z hätte nun gerne EDV Beratung und ruft bei Firma B an um einen Termin zu vereinbaren. Zu diesem Termin kommt Herr M. Er ist mit der Situation der Firma Z nur insofern vertraut, als dass er weiß, dass der Speicher des Servers zur Neige geht.

Herr M hat die Lösung im Gepäck – eine Wolke, die „Windows Cloud“ wie er meint. In aller Munde, sehr modern und nicht mehr wegzudenken. Vor allem aber recht einträglich, werden doch gleich neue Lizenzen für die Office-Produkte (jährlich zu entrichtende Gebühren), die dann nahtlos mit der Cloud arbeiten, ein 3 Jahresvertrag für Cloud-Storage angeboten und weil da eben noch ein Server steht soll der auch gleich mit einer neuen Windows-Server Version ausgestattet werden. In Summe ein 4stelliger Betrag plus jährliche Betriebskosten ebenfalls im 4stelligen Bereich. 

Die Cloud Lösung ist in diesem Fall zwar sicher eine Möglichkeit, aber momentan nicht zu empfehlen. Es gibt bestehende IT-Infrastruktur, die gut gewartet wird, der Administrator hat alles im Griff. Lizenzen sind noch gut und müssen nicht getauscht werden. Die Belegschaft findet sich in der aktuell verwendeten Software ebenfalls gut zu recht. Ein Zugriff von Außen auf die Daten ist weder nötig, noch erwünscht.

Die Daten die gespeichert werden sind teilweise als sensibel zu betrachten und besonders die Kunden begrüßen die lokale Variante, zumal alle Backups verschlüsselt abgelegt werden. Das Sicherheitsrisiko, dass mit jedem Arbeitsplatz einhergeht – Menschen können Fehler machen – wird durch eine Cloud Lösung nicht beseitigt.

Cloud ja – aber nicht um jeden Preis

Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass es nicht um jeden Preis in die Cloud gehen muss. Der erste Schritt dorthin ist oft die Datensicherung, da dies automatisiert vorgenommen werden kann. In so einem Fall sollten Sie, nicht zuletzt wegen der Gefahr ausspioniert zu werden, auf sichere Verschlüsselung setzen.

Nutzen Sie die Möglichkeit der EDV Beratung, wenn Sie planen den Schritt in die Cloud zu machen, ein unabhängiger Berater hat einen neutralen Blick auf die Ist-Situation und kann mit Ihnen gemeinsam eine Strategie erarbeiten.

Wie oben bereits angesprochen ist im Falle von Neugründungen der Start in der Cloud eine gute Möglichkeit hohe Investitionskosten für IT und entsprechendes Know-How, sprich IT-Personal zu sparen. Einen Administrator sollte man sich dennoch leisten (intern oder extern), da die Anbindung und die Nutzung der Cloud Services strategisch geplant, richtig umgesetzt und im Betrieb auch lokal betreut werden muss.

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