Kompetenz im Web aufbauen – Bloggende Experten vs. Blogger mit Expertise

By | 28. Juli 2014

Nicht falsch verstehen, Blogger sind häufig Experten und viele Experten bloggen – in diesem Artikel geht es aber in erster Linie darum, diese Expertise im Netzzu nuten und sich einen Namen zu machen. Warum das wichtig ist? Nicht zuletzt Google schätzt kompetente Menschen, die andere an ihrem Wissen teilhaben lassen.

Warum Experte sein?

Die Suche im Internet geschieht meist aus zwei verschiedenen Gründen.

  • 1. Ich suche Information
  • 2. Ich will kaufen

Letzterer macht nur einen relativ geringen Prozentsatz im Vergleich zu ersterem aus, das Internet ist in erster Linie Lieferant für Informationen. Gerade für jene, die aktiv eine Transaktion, also ein Produkt oder eine Dienstleistung im Netz bewerben oder anbieten, ist es aber essentiell genau die „Ich will kaufen“-Gruppe anzusprechen.

Google schätzt Webseiten die:

  • aktuell sind
  • mehr Inhalte bieten als reine Produktbeschreibungen
  • von Experten – hier kommen Sie ins Spiel – betrieben werden
  • ansprechend in Aufbau, Ladezeit und Gehalt sind

Genau deshalb macht es für Sie als Wirtschaftstreibenden Sinn, sich als Experte oder Expertin zu etablieren. Wenn Google Sie wiedererkennt und entsprechend mit Ihren Beiträgen rankt, kommen letztlich auch jene, die etwas kaufen möchten zu den Experten, da es sich dort einfach besser kauft. Die wenigsten verkaufen nur über den Preis – gute Vertriebsmitarbeiter wissen ein Lied davon zu singen. Vertrauen, Kompetenz und Verständnis der Situation des Kunden sind wichtig und für einen Abschluss unerlässlich. Das gilt 2014 genau so wie es 1970 gegolten hat.

Webseitenbesuchern fällt es natürlich schwer, ein entsprechendes Vertrauen aufzubauen, noch schwerer eine gewisse Kompetenz zu erkennen, wenn der einzige Inhalt Ihrer Seite ein Katalog und ein paar „Jetzt kaufen“ Buttons sind. Jene Kunden, die nur auf den Preis schauen sind nicht jene, die Ihre Texte lesen – diese erreichen Sie via Preissuchmaschinen von denen es genug gibt, die ich hier aber sicher nicht verlinke.

Was ist Kompetenz im Kontext des Postens im Netz?

Die generelle Definition zu Kompetenz interessiert uns erst einmal nicht, denn wir versuchen ja Kompetenz und Expertise im Netz aufzubauen. Die folgenden Eigenschaften und Fähigkeiten zeichnen Menschen aus, die im Internet von Suchmaschinen und Menschen als kompetente Experten wahrgenommen werden:

  • Fachwissen zu einem Themengebiet – essentiell, da man sonst nicht in der Lage ist Themen zu bearbeiten
  • Die Fähigkeit Informationen als Text aufzubereiten, sprich Texte zu schreiben, die der potentielle Leser auch versteht – Sie müssen kein Schriftsteller sein, können im Prinzip auch im Dialekt schreiben (wozu ich allerdings nicht rate), was wichtig ist, sind die Gliederung, die Aufbereitung der Information und eine anschauliche und verständliche Darlegung des Themas
  • Der Wille sich im Diskurs zu üben – dieser muss kein akademischer sein, es geht darum sich mit anderen Menschen die sich in diesem Fachgebiet bewegen auszutauschen – und dies durchaus in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel in Foren, bei sozialen Netzwerken oder durch Kommentare im eigenen wie auch auf anderen Blogs
  • Stichwort soziale Netzwerke – ein Experte hält sich auf dem Laufenden darüber, was sich in seinem Fachgebiet tut – er kann natürlich auch darauf warten, bis die monatliche Fachzeitschrift erscheint, dann ist er allerdings nicht vor jenen informiert, für die er mitunter schreibt. Allen voran Twitter bietet einen Einblick in die jeweilige Szene, oft Tage bevor es Meldungen in die gängigen Newskanäle schaffen – dazu aber später mehr. Kurz gesagt, der Experte ist informiert – vor den nicht-Experten.
  • Ein Gesicht im Netz – ob ein Cartoon, ein Foto oder was auch immer – Farbe bekennen und in seinen Postings erkannt zu werden hilft dabei sich einen Namen zu machen
  • Regelmäßiges Agieren – Experten sind aktiv, wer nicht aktiv ist, verliert den Kontakt zum Puls der Zeit und gerät in Vergessenheit. Ein Artikel pro Woche ist eher das Minimum

Das klingt im ersten Moment nach viel Aufwand, ist tatsächlich aber das was gerade in Führungsetagen zum täglichen Brot gehört, mit dem Unterschied, dass eher die Tagespresse nach relevanten Artikeln durchforstet wird und man sich über Artikel ärgert oder freut anstelle sie in einem eigenen Artikel zu kommentieren oder zu kritisieren. Wie lange brauchen Sie für einen Text von 300 Worten? 20 Minuten? Eben…. und das Fachwissen haben Sie ja.

Aktuelle Informationen – Expertenbrot

Woher Sie diese nehmen? Schlagen Sie erst einmal die Zeitung zu und öffnen Sie Ihren Browser (Anmerkung: das Internet – und nein, diese Anmerkung ist wieder einmal nicht überflüssig…). Aktuelle News sind zuerst einmal im Netz, hier eine paar Tipps, wie Sie dazu kommen, ohne die Suchmaschinen zu plagen. Ebenfalls schneide ich im Folgenden das Thema an, wie Sie selbst zu einer Nachrichtenquelle werden können.

1. Twitter

Es hat seinen Grund, warum Diktatoren dieses Medium fürchten – nichts geht schneller als einen Tweet abzusetzen. Sie sind zwar auf eine kurze Zeichenkette beschränkt, können aber darin auch einen Link platzieren und so im eigenen Artikel weiterführende Information anbieten. Dies tun Journalisten, Agenturen und feiberufliche Bloger. Gerade bei Journalisten zahlt es sich aus, auch deren „private “ Blogs zu lesen, da sie dort nicht an die Vorgaben einer Redaktion gebunden sind und ihrer Meinung freienLauf lassen können.
Sie können bei Twitter anderen Leuten folgen, sprich deren Tweets abonnieren. Somit sind Sie informiert, wenn etwas neues gepostet wird. Wählen Sie mit Bedacht wem Sie folgen, damit Ihr News-Stream sauber bleibt und wirklich hauptsächlich die Informationen beinhaltet, die Sie als relevant betrachten. Des weiteren können Sie selbst Follower gewinnen, also Leute dafür begeistern, Ihren Tweets zu folgen. Sie müssen theoretisch nicht einmal selbst etwas tweeten, wenn Sie gute Artikel „retweeeten“ also an Ihre Follower weitergeben, kann auch das für diese interessant sein.
Wenn Sie selbst einen Artikel geschrieben haben, sollten Sie diesen natürlich tweeten, damit die Leute davon erfahren. Wenn der Artikel gut ist, wird ihn Ihre Gefolgschaft ebenfalls teilen und der virale Aspekt von Twitter beginnt zu arbeiten.

2. RSS Feeds

Ähnlich wie Twitter aber etwas anspruchsvoller im Aufwand sind RSS-Feeds. Hierüber gibt es auf dem Blog der Guten Webseite bereits einen Artikel, den Sie >> hier lesen können. Ich halte mich deshalb kurz damit – nur so viel, Ihr Blog sollte einen RSS Feed haben, damit andere ihn abonnieren können und des weiteren sollten Sie interessante Quellen selbst abonnieren.

3. Google+

Google+ ist zwar hinter Facebook weit abgeschlagen, hat aber gegenüber dem großen sozialen Netzwerk den Vorteil, dass Sie Ihr Profil mit Ihrer Webseite in einer Form verknüpfen können, die Sie in der Google-Suche als Author in den Vordergrund rückt. Die Bilder in den Suchergebnissen sind zwar seit kurzem nicht mehr dabei – ich vermute mal, weil Google dadurch einige Klicks auf Werbung verloren hat -, Ihre Artikel werden aber, da Sie als regelmäßiger und vor allem zuordenbarer Poster mehr Kompetenz zeigen, höher gerankt.

Auch auf Google+ finden Sie einen News-Stream der Leute, denen Sie dort folgen. Die Frequenz in der Neuigkeiten hereinkommen ist zwar deutlich niedriger (bei Twitter haben Sie Nachrichten quasi im Minutentakt), aber dennoch relevant, zumal Sie erkennen, wie viele Leute ein Thema bewegt.

Auch hier gilt, wenn Sie was geschrieben haben – teilen Sie es. Die breite Masse erreichen Sie auf Google+ (noch) nicht, aber wenn Ihnen hier jemand folgt, dürfen Sie davon ausgehen, dass er oder sie durchaus an Ihrer Arbeit interessiert ist. Ein Vorteil bei Google+ ist, dass die Beiträge – im Gegensatz zu Facebook – noch nicht gefiltert sind, es werden alle News die Sie teilen bei allen Ihren Followern angezeigt. Achten Sie deshalb auch darauf wann Sie posten. Wenn dies spätnachts geschieht, kann Ihre Meldung mitunter am folgenden Tag sehr weit nach hinten gerutscht sein.

Sie können bei Google+ ein privates Profil oder eines für Ihr Gewerbe anmelden, oder eine Seite für Ihre Firma – wichtig ist in jedem Fall, dass Sie privat und geschäftlich nicht mischen. Ihre Fachkollegen sind vielleicht gar nicht so sehr an der Grillfeier vom Wochenende interessiert, als es im ersten Moment den Anschein hatte.

4. Facebook

Ob Sie es lieben oder hassen, so ganz ohne geht es nicht. Einige wichtige Regeln gibt es aber für das größte soziale Netzwerk:

  • legen Sie für Ihre Expertentätigkeit, sprich den Blog oder Ihre Firma eine Firmenseite an – privat und Business sollte insbesondere auf Facebook wirklich getrennt sein, es sei denn, Sie nutzen Facebook privat überhaupt nicht – dann sollten Sie aber auch Ihren Freundeskreis dort genau im Blick haben – Sie sind nicht glücklich, wenn Sepp vom Stammtisch bei Ihrem Artikel sowas postet wie „Mei du Depp, des vasteht jo koana“ (alle mit dem schönen Namen Josef mögen mir die missbräuchliche Verwendung des selbigen hier verzeihen!)
  • erstellen Sie eine Anwendung auf Facebook um diese Seite mit Ihrer Webseite zu verknüpfen – damit ist gewährleistet, dass das was Sie posten auch gleich auf Facebook erscheint und Sie holen die Leute dort ab, anstatt sie hinzuschicken.
  • Achten Sie auf die Privatsphäre – mehr als alle anderen Netzwerke hat es Facebook, unter anderem mit seinem neuen Sidekick WhatsApp, auf Adressdaten in Ihrem Mobiltelefon abgesehen. Achten Sie darauf was Sie für wen freigeben.
  • Spielen Sie nicht auf Facebook – es gibt nichts nervigeres als „Freunde“ die einen ständig zu irgendeinem Spiel einladen (häufig aus Versehen) oder mit ihren Errungenschaften bei einem Spiel (wiederum meist ungewollt) im Newsstream prahlen.

5. Business-Netzwerke Xing, LinkedIn & Co

Besonders Xing ist im deutschsprachigen Raum ein wichtiger Player und sorgt für Vernetzung auf geschäftlicher Ebene. Die sozialen Business-Networks eine gute Anlaufstelle um Ihre Expertise zu zeigen. Auch die Diskussionen in den Foren und Gruppen geben Ihnen die Möglichkeit sich sehr aktiv am Branchengeschehen zu beteiligen.

Fazit zum sozialen Agieren

Bei allen sozialen Netzwerken gilt:

  • Seien Sie authentisch, geben Sie sich nicht im Anzug, wenn Sie normalerweise bei Ihren Kunden in der Lederhose auftreten (ok, das Beispiel ist vielleicht ein wenig überzeichnet)
  • Pflegen Sie Ihre Profile und sorgen Sie dafür, dass Sie wiedererkannt werden. Sie sollten nicht auf Facebook „Superwuzzi“ und auf Google+ „Dr. Maier“ sein…
  • Achten Sie auf Ihre Beiträge, sehen Sie welche Resonanz Sie damit erhalten
  • Zögern Sie nicht, Ihre „Freundesliste“ zu reinigen, wenn Sie durch zu großzügiges Folgen oder „Adden“ eine unüberschaubare Menge angehäuft haben – kaum jemand wird Ihnen böse sein
  • Gestalten Sie Ihre Seiten auf den sozialen Netzwerken ansprechend – überlegen Sie welches Hintergrundbild Sie verwenden. Es ist zwar schön, dass Sie beispielsweise schon in Amerika waren, das jedem durch ein Bild von Ihnen vor der Freiheitsstatue zu zeigen, unterstützt Ihre informierende Mission nicht wirklich.
  • Machen Sie keine Werbung für sich – wenn Sie Werbung auf sozialen Netzwerken haben möchten, können Sie eine solche schalten, das stellt kein Problem dar und sollte dann ausschließlich gegnüber Menschen erfolgen, die Ihnen nicht bereits folgen. Bedenken Sie, Ihre „Fans“ oder „Followers“ sind nicht bei Ihnen, weil Sie so schön werben können… außer Sie sind eine Werbeagentur.
  • Wenn Sie für ein Unternehmen oder eine Dienstleistung posten, nutzen Sie die Möglichkeit von Bewertungen und bauen Sie eine gute Reputation auf. Zufriedene Kunden sind oft geneigt, eine entsprechende Bewertung zu hinterlassen, hin und wieder muss man Sie aber darum bitten.
  • Achten Sie auf die korrekte Lokalisierung Ihres Standortes, damit Interessenten aus Ihrer Umgebung Sie noch besser finden. Lokale Angebote spielen in den letzten Google-Updates eine große Rolle.
  • Tauschen Sie sich regelmäßig mit Branchenkollegen aus – via Blog, via Foren usw. – verlinken Sie auch zu deren Artikeln, wenn Sie diese als lesenswert betrachten. Neid ist nicht angebracht.
  • Binden Sie Schaltflächen für Twitter, FB und G+ unter Ihren Artikeln ein – damit erleichtern Sie es den Lesern diese zu teilen
  • Erlauben Sie Kommentare zu Ihren Artikeln, moderieren Sie diese aber – zu schnell ist man zugespammed

Wenn Sie sich an diese paar Richtlinien halten sind Sie zum einen gut informiert und zum anderen bald ein gefragter Experte. Alles braucht natürlich seine Zeit – die Reaktion „Gut, dass Sie endlich da sind – wir wollten schon anrufen…“ brauchen Sie nicht zu erhoffen 😉

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