Josef Ostermayer (SPÖ), Kulturminister und einer der die Idee der Festplattenabgabe gut findet, möchte sie demnächst auch umsetzen. Nicht jeder kann diesem Ansinnen etwas abgewinnen – was auch verständlich ist.

Was und warum überhaupt Festplattenabgabe?

Die Idee hinter der Festplattenabgabe ist, den Künstlern, die sich durch mit Hilfe von Festplatten angefertigten Privatkopien um ihr Geld gebracht sehen, etwas davon zurückzugeben. Sie speichern keine Musik auf Festplatten? Genau dort liegt der Haken…

Die Österreicher speichern viel auf ihren Handies, Computern und Tablets – aber wie viel Musik? Gehe ich von meiner Art der Verwendung aus, werfe ich einen Blick in die Festplatten von Kunden und der Verwandtschaft, so finden sich auf diesen Festplatten hauptsächlich Fotos und Videos die mit Handy oder Digitalkamera aufgenommen wurden.

Die „Privatkopie“, der eigentliche Anlass für die Abgabe, und zu der man auch berechtigt wäre, ist auf Festplatten nicht so einfach wie man das meinen könnte. DVDs und CDs kommen häufig schon mit einem Kopierschutz in den Handel – diesen zu umgehen wäre illegal und somit hat sich das Recht auf Privatkopie auch schon erledigt. Die Musik via Itunes oder anderer Software, die mit einem MP3-Player geliefert wird, auf den eigenen Player oder das eigene Telefon zu laden, ist meistens dennoch möglich – viele Nutzer kaufen dann aber auch gar keinen Tonträger mehr, sondern laden sich gekaufte, und damit lizensierte Inhalte direkt herunter. Dann sprechen wir aber nicht von einer Privatkopie. Inhalte kostenlos aus dem Internet zu laden ist legal nur begrenzt möglich, es gibt aber auch noch Streaming. Dabei bleibt aber auf der Platte nichts zurück und der Streaminganbieter hat bereits Lizenzkosten zu bezahlen, also auch keine Privatkopie.

In Hinblick auf die technische Entwicklung, sieht die Festplattenabgabe als Nachfolger der Leerkassettenvergütung somit schon wieder alt aus.

Hier das Ergebnis einer kurzen Umfrage auf der Guten Webseite, die uns vielleicht eine Idee davon gibt, wie die Situation tatsächlich ist:

festplattenabgabe1   festplattenabgabe2

Was ist gegen die Festplattenabgabe zu sagen?

Wie der Verein für Internetzbenutzer Österreichs (VIBE!at) in einem Artikel zur Festplattenabgabe ebenfalls feststellt, spricht als Hauptargument gegen die pauschale Festplattenabgabe eben, dass im Gegensatz zur bisherigen Leerkassettenvergütung, die Festplatte für alles mögliche benutzt werden kann. VIBE!at spricht sich eher für eine Breitband-Internetabgabe aus – eine Idee der Grünen. Hierfür haben die verantwortlichen Stellen aber bestenfalls Vorschläge und Ideen  aber noch keine praktikablen Ansätze präsentiert.

Ich habe im Artikel „Wieviel Recht hat Kunst“ schon ein wenig über die Festplattenabgabe geschrieben. Die Situation ist verworren, aber eine Abgabe auf alle Festplatten weil man was tun könnte, was den Künstlern schadet, ist vermutlich kurzsichtig und bei weitem nicht mehr zeitgemäß. Die Streamingangebote werden immer mehr – die Notwendigkeit etwas bewusst abzuspeichern um es konsumieren zu können, wird dank verbessertem Breitbandangebot immer geringer. Die Breitbandgebühr für Private sähe da wesentlich plausibler aus auf den ersten Blick.

Welche Geräte sind von der Festplattenabgabe betroffen?

Gegen die FestplattenabgabeAlles vom USB-Stick bis hin zum Handy, jedes Speichermedium eben, das geeignet wäre medialen Inhalt abzuspeichern, müsste im Kaufpreis diese Abgabe enthalten. Der Elektrohandel und die Konsumentenschützer wie auch die Wirtschaftskammer wehren sich natürlich dagegen.

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